Die vier bösen Buben des Feng Shui ändern jedes Jahr zum 4. Februar ihre Position. Wenn man in ihren Terretorien gräbt, hämmert, Möbel rückt oder Wände anbohrt, können sie recht unwirsch reagieren.
3 dieser bösen Buben werden vom Tier des Jahres abgeleitet. 2009 hat der Büffel das Sagen. Er ist der Hauptübeltäter und wird „Tai Sui“ genannt, was „Großer Herzog“ bedeutet.
Es leuchtet ein, dass der Große Herzog gebührend hofiert werden muß. Das Zeichen des Büffels ist in der Himmelsrichtung Nord-Nordost (NO1, ca. 20 – 40°) angesiedelt. Wer in dieser Richtung seinen Eingang hat, hat Pech, denn er latscht jedesmal, wenn er seine Wohnung betritt, über den Thron des Tai Sui.
Die Zeit für eine entsprechende Ehrerbietung ist gekommen. Man schmücke seinen Eingangsbereich in
NO1 mit einem roten Teppich, spare nicht an königlichen Emblemen (Zepter, Lilie…), und lenke den Blick des indignierten Herrschers auf etwas, das sein Herz erfreut. Herzöge reiten ja gerne auf exclusivem Getier und somit sollen ein, besser drei chinesische Einhörner (Drachenpferd) aus Metall ideal sein, das gequälte Fürstenherz gnädig zu stimmen. In moderner Zeit mag es vielleicht das Modell eines besonderen Autos sein, womit der Tai Sui beruhigt wird?
Jedenfalls kann es nicht falsch sein, den vom Tai Sui blockierten Eingang rückwärts, unter tiefen Bücklingen zu betreten. Kann man ja auch innerlich machen, falls man befürchtet, dass die Nachbarn vor Lachen vom Balkon fallen und sich tödlich verletzen könnten.
Wer den edlen Tai Sui am Eingang hat, tut gut daran, sich täglich daran zu erinnern, dass er einen Fürsten zu Gast und entsprechend zu verköstigen hat. Wer jetzt am Essen spart, wird gevierteilt. Von Renovierungen im gesamten Haus ist abzusehen! Bälle, Jagden, sommerliche Ausflüge aufs Land und und die Einstudierung des Hofknicks sind extrem empfehlenswert!
Dem Tai Sui gegenüber wohnt sein gemeiner Gegenspieler, der Sui Po. Warum ausgerechnet Po, weiß ich nicht, aber das ist eine schöne Eselsbrücke. Denn so wie das Problem des Tai Sui seine hochherrschaftliche Arroganz ist, wird dem Sui Po die niedere Gesinnung nachgesagt. Sui Po ist sozusagen das Arschloch, der Fürstenmörder, e fiese Möpp, und er sitzt in 2009 in Süd-Südwest (SW1), dem Erdzweig der Ziege. Es ist in 2009 also nicht ratsam, im Südwesten herumzuzicken, sich dort gemütlich vor den Fernseher zu legen, um Räuberpistolen anzugucken, oder zu konspirativen Treffen einzuladen. Der große Tai Sui überwacht alles!
Da der Büffel, als Erdzweig des Jahres 2009, zur Gruppe der Metallfreundschaft (Schlange, Hahn, Büffel) gehört, und das Element Metall im Trigramm Dui des Westens beheimatet ist, gibt es im Osten eine weitere feindliche Gruppierung, die San Sha oder Drei Schlimmen Finger. Diese sind eine Räuberbande, deren Chef im Osten (Hase, oder Trigramm Zhen) sitzt, als Opposition zum Metall im Westen. Seine Helfershelfer sind die benachbarten Ost-Erdzweige Tiger und Drache. Die gesamte Ostflanke mobilisiert also schamlos gegen den Hofstaat, wenngleich sie auch wenig auszurichten vermag, denn Metall kontrolliert das Holz des Ostens. Da ist viel Lärm um nichts zu erwarten, vielleicht eine Bauernrevolution, die schnell wieder niedergeschlagen wird. Aber es empfiehlt sich, in der Ostflanke des Hauses auf Nägel-in-die-Wand-hauen und ähnliche energetische Kampfansagen zu verzichten, da man sonst Gefahr läuft, als unschuldiger Mitläufer im Knast zu landen. Man sollte dem Osten auch nicht für längere Zeit den Rücken zuwenden, denn der Pöbel ist jederzeit bereit, einem in denselben zu fallen!
Der vierte böse Bube kommt aus einer ganz anderen Ecke. Er hat auch eine gewisse fürstliche Tradition, vielleicht hat das ja mit der feudalen Gesellschaftsordnung des alten China zu tun? Die Gelbe Fünf stand einst für den Kaiser, der gleichzeitig ein tabuisierter Unaussprechlicher war, denn sein Name durfte nicht dadurch beschmutzt werden, dass ein Normalsterblicher ihn in seinen fauligen Mund nahm.
Heute steht die Gelbe Fünf für das Höchste im Menschen, für seine schöpferische, dem Göttlichen nahe Natur. Problematisch ist die Fünf dann, wenn Menschen darauf verzichten, ihrer schöpferischen Natur wirklich zu folgen.
Sie begnügen sich mit einem unbewussten Leben, bleiben eingebunden in Verhaltensmuster, Familien- und Gruppenzwänge, Begierden und Ängste. Für diese Menschen wirkt sich die Kaiserliche Energie zum Nachteil aus, denn brachliegende, oder gar unterdrückte Schöpferkraft sucht sich unkontrollierte Wege, in Form von Krankheiten, Unfällen, Mißerfolgen. Diese Schicksalsschläge sind es häufig, die Menschen aufwachen und sich auf ihre tiefen Kräfte besinnen lassen.
Diese Idee steht hinter der Gelben Fünf. In 2009 kommt sie in den Norden. Auch hier ist einfach „in Ruhe lassen“ angesagt. Mauer- und Erdarbeiten sind zu vermeiden.
Schlau, wie Feng Shui-Isten nun mal sind, haben sie herausgefunden, wie man fürstlicher Arroganz und räuberischer Niederträchtigkeit beikommen kann. Auch Herzöge sind ja nur Menschen, wie diese haben sie Phasen von Unaufmerksamkeit und Schwäche. Die Ko-Inzidenz von Raum und Zeit kommt hier dem Baumeister, der vielleicht einfach nur mal gerne eine neue Wand in sein Heim einziehen will, zu Hilfe.
So hat z.B. der Große Herzog 2009 seine Phase der Unaufmerksamkeit zum Sommeranfang ca. 2 Wochen lang. In dieser Zeit wird er seinen Thron in Nord-Nordost verlassen und in der Sommerfrische sich dem Mörderfang oder anderen Belustigungen hingeben. Die Zeit wird dann günstiger sein, im Eingangsbereich, so dieser in Nord-Nordost liegt, zu renovieren, wenn es denn unbedingt sein muß.
Eine schöne Übersicht zu den Schlimmen Feng Shui Fingern 2009 findet man hier auf englisch.


